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Riegele Augsburg

Der erste Brewery Run… Anlauf mit Hindernissen nenne ich es mal. Die Grundidee: verknüpfe eine Brauereibesichtigung mit einem Lauf möglichst in der Umgebung der Brauerei und schau, was Interessantes dabei rauskommt.

Als erste Gelegenheit bot sich die Brauerei Riegele in Augsburg an, eine der ältesten, sich in Familienbesitz befindlichen Brauereien überhaupt. Bekannt ist man für handwerklich gut gemachtes Bier und vor allem die hochpreisigen, aber tollen Brauspezialitäten.  Ich kannte vorher nur das schwarze Noctus 100, das mir allerdings außerordentlich gut gefällt, und das Simco 3.

Der Lauf

Eine Dienstreise nach München bot die gute Gelegenheit, am späten Nachmittag nach Augsburg zu fahren, die Trails am Lech zu testen und abends die offene Brauereiführung zu besuchen.

Zunächst zum Lauf – ich hatte vorher etwas recherchiert, offenbar gibt es am Lech entlang vom sogenannten Hochablass, einem Wehr, bis zur Lechstaustufe 23 schönes Terrain. Die Brauerei ist in der Nähe des Hauptbahnhof, also sollte das trotz knapper Zeit passen… Vom Bahnhof bin ich also grob mit dem Stadtplan im Kopf‎ losgelaufen und hatte recht schnell ein Flüsschen zum dran entlanglaufen entdeckt – das wird ja sicher in Richtung Lech fließen, dachte ich. Hatte nach ca. 5 km und einigen Wirren auch den Fluss gefunden und sogar die richtige Richtung eingeschlagen, erreichte aber den Hochablass erst nach 10 Laufkilometern – die Lechstaustufe ist da leider noch 9 km in eine Richtung entfernt. Das ganze Ding hin und zurück abzulaufen würde zeitlich schwierig werden… ich Trottel.

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Bin aber ab dem Kuhsee trotzdem mal in die Richtung gelaufen – allerdings war die Strecke eher langweilig… optisch auch nicht anders als die Isar in München, aber keine Trails weit und breit. Entweder war ich auf der falschen Seite unterwegs oder ich hab die Trails schlicht nicht gefunden – ich behaupte mal, daß ich darin üblicherweise nicht sooo schlecht bin. Also blieb mir nur der Uferweg, etwas grober als eine Forststrasse aber eben auch kein Trail, wie ich es verstehe. Ich lief und lief also, und wäre gern auf die andere Seite gewechselt, aber es kam keine Brücke mehr. In der Ferne entdeckte ich dann ein weiteres Wehr und freute mich schon – aber leider gab es keine Möglichkeit der Überquerung. Also bin ich zur „Abwechslung“ ein Stück hinter dem Ufer auf einem Damm zurück zum Hochablass gelaufen, etwas frustriert weil total flach und öde, interessant waren höchstens einige Bäume mit offenbaren Bieberspuren, das hab ich live auch noch nicht gesehen, blieb aber das einzig wirklich Spannende .

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Nachdem ich – wieder zurück am Hochablass –  auf die andere Seite gewechselt bin, hab ich mir vorgenommen, nicht mehr ohne Karte oder gpx-Track solche Läufe zu planen – denn das etwas öde Winterwetter hat diesen langen Lauf nicht gerade zu einem landschaftlichen Highlight werden lassen, vom Trailanteil mal ganz zu schweigen. Immerhin hatte ich am Ende 90 hm bei knapp 20 km auf der Uhr und war pünktlich wieder am Hauptbahnhof, um den zweiten Teil des Abends einzuläuten.

Die Brauerei

Die Führung in der Riegele Brauwelt begann pünktlich, geleitet von der Schwester des Inhabers der Brauerei, die seit 1386 belegbar existiert und seit 1884 in Familienbesitz ist – in der inzwischen 5. Generation.

Jetzt  ist Riegele mit 100 Mitarbeitern sicher keine kleine Craft-Beer-Butze, aber ihr Handwerk (!) verstehen die Brauer wohl doch. Neben den „normalen“ Traditionsbieren zeigt sich das sicherlich am deutlichsten in den Brauspezialitäten, die dort hergestellt werden. Trotz der etwas auf „Erlebnisgastronomie“ ausgelegten Führung war es doch sehr interessant zu sehen, daß hier der Brauprozeß immer noch mit einer uralten Malzmühle beginnt und in Kupferkesseln in der Jugendstilhalle weitergeht, bevor es am Ende etwas profaner in die Gärbottiche geht. Ebenso verwendet man Wasser aus der eigenen Quelle und kennt seine Hallertauer Hopfenlieferanten noch persönlich. Der Bierbrunnen im Hof kann übrigens bei entsprechender Einstellung tatsächlich Bier sprudeln…

Als Highlight der Führung gab es ein frisches Zwickel aus dem großen Tank, ein Sud des „Commerzienrat Riegele Privat“, helles Spezialbier mit hoher Stammwürze. Eine Brotzeit rundete die Führung ab – Insgesamt eine kreisrunde Veranstaltung, die ich jedem empfehlen kann, der mal in Augsburg Station macht.

Lauf: Augsburg Hbf – Hochablass – Lechwehr

KM: 20
HM: 90
Schuhe: Brooks Cascadia 9

Bier: Commerzienrat Riegele Privat
Alkohol: 5,2 %
Stammwürze: 12,8 %

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